21 Okt

Wie nachhaltig ist Südtirols Tourismus?

Ein Beitrag im HGV magazine 2020-2021 „Brand your future“ –

Jetzt kommt’s raus. Am Ziel sind wir nicht. Dafür brauchen wir mehr und neue Formen der Kooperation.

Südtirols Ziel ist es, zum begehrtesten nachhaltigen Lebensraum in Europa zu werden. Damit das gelingt, braucht es eine gemeinsame Vision und Strategie. Wie diese aussehen könnte?  Aus den vielen Einzel-Aktionen muss ein einziges Projekt entstehen, das von allen gleichermaßen unterstützt wird.

Der Tourismus hat weltweit große wirtschaftliche Bedeutung: Jeder 11. Arbeitsplatz hängt direkt mit dem Sektor zusammen. Damit einher gehen auch enorme ökologische Folgen. Acht Prozent der weltweiten CO2-Emissionen gehen auf den Tourismus zurück. Diese beinhalten u. a. den Reiseverkehr, den Energieverbrauch der immer größer werdenden Infrastrukturen und die Lebensmittelabfälle. Bis 2035 sollen – laut der Berechnung der UNWTO (Weltorganisation für Tourismus) – die touristisch verursachten CO2-Emissionen um 130 Prozent steigen, wenn es so weitergeht wie bisher.

Muss das sein? Nein. Der Tourismus hat die Verantwortung, diesem Szenario entgegenzusteuern und einen Lebensraum mitzugestalten, der die Lebensqualität für alle Menschen vor Ort verbessert. Weg vom Mehr, hin zum Tiefer.

Wie kann die Gestaltung eines nachhaltigen Lebensraums gelingen?

In Südtirol können alle Akteure des Sektors einen Beitrag leisten, indem sie sich mit dem Thema Nachhaltigkeit wirklich auseinandersetzen. Also wie sie ihr Reisebüro, ihr Hotel oder ihr Restaurant nachhaltiger gestalten können. Punktuell passiert in Südtirol diesbezüglich bereits einiges: Die Zahl an zertifizierten Natur- und Biohotels steigt. Der Hoteliers- und Gastwirteverband (HGV) sowie einige Hotels und Dienstleister im Tourismussektor wirtschaften klimaneutral. Zunehmend werden regionale Kreisläufe gefördert und lokale und saisonale Produkte in Menüs integriert. Sanfte bzw. autofreie Mobilität wird durch die Gästekarten erfolgreich angeregt. Und auf regionaler Ebene hat Eurac Research mit Unterstützung von IDM Südtirol und der Südtiroler Landesregierung eine Beobachtungsstelle für nachhaltigen Tourismus in Südtirol geschaffen.

Einzelne Projekte zu starten, reicht nicht. Südtirols Tourismussektor muss ein solides Fundament schaffen, auf dem sich Nachhaltigkeit ganzheitlich entwickeln kann. Was es dafür braucht, ist eine Vernetzung der touristischen Akteure in starken, authentischen Partnerschaften und eine gemeinsame Vision und Strategie für einen zukunftsfähigen Tourismus in der Region.

Orientierung und Rahmen für diese Überlegungen bietet die Agenda 2030 der Vereinten Nationen mit den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung. International anerkannt und mit steigender Bekanntheit auch in Südtirol ist sie ein Instrument, mit dem Nachhaltigkeit ganzheitlich gedacht werden kann und das Impulse für soziale Innovation und Transformation bietet.

Nur so kann Südtirol zum begehrtesten nachhaltigen Lebensraum Europas werden.

 

Weitere Impulse und Inspiration zu Enkeltauglichem Wirtschaften im Tourismus finden Sie hier im aktuellen HGV magazine 2020-2021 „Brand you future“.