14 Jun

Unsere Gebäude: 60.000 Produkte und alle für die Tonne?!

Weshalb viele Argumente für eine schnelle Umsetzung einer Circular Economy im Gebäudesektor sprechen.

Rund 60 % aller Ressourcen fließen in Industrieländern in den Gebäudesektor. Das wirft einerseits die Frage nach der Verfügbarkeit von Ressourcen auf, eröffnet aber gleichzeitig ein enormes Potenzial für Innovationen im Bereich des ressourceneffizienten Bauens und Recyclings.

 

Die Herausforderungen

  • Der Bausektor ist weltweit einer der am stärksten wachsenden Wirtschaftssektoren
  • In Deutschland werden rund 60% der Ressourcen im Gebäudesektor verwendet. Damit einher geht die Frage nach der zukünftigen Verfügbarkeit von Ressourcen.
  • Demgegenüber stehen Millionen Tonnen von Bauschutt und Baustellenabfällen. Gleichzeitig aber auch zunehmend eingeschränkte Deponiemöglichkeiten.
  • Hochwertiges Recycling erfolgt im Gebäudesektor derzeit nur in Ausnahmefällen.
  • Gesetzliche Restriktionen auf nationaler genauso wie auf EU Ebene sind absehbar. Das „EU Circular Economy Package“, das 2015 verabschiedet wurde, ist nur ein Hinweis darauf.

 

Die Chancen

  • Mit zirkulären Wertschöpfungsmodellen wird eine effektive, ressourcenschonende Nutzung von begrenzten Ressourcen gefördert.
  • Durch Recycling und die Nutzung von Sekundärrohstoffen werden Kosteneinsparungs-potenziale aktiviert.
  • Rund 60.000 verschiedene Produkte werden in einem Gebäude verbaut. Das ergibt ein enormes Innovations- und Forschungspotenzial für Produktentwicklung und Produktdesign.
  • Mittelfristig werden verstärkt europäische und nationale Fördermittel in Forschungs- und Innovationsprojekte fließen. Bsp: Call Horizon 2020: Klimaschutz, Umwelt, Ressourceneffizienz und Rohstoffe
  • Ergänzend zu den Ressourcenkreisläufen gilt es innovative Geschäftsmodelle und ein neues Vergaberecht zu entwickeln, die Kreislaufsysteme auf organisatorisch-wirtschaftlicher Ebene bestmöglich unterstützen.

Ziel der Circular Economy ist es, das Thema Bauen neu zu denken und die verschiedenen Branchen, von der Rohstoffgewinnung über Architektur und Baumanagement bis zur Energieversorgung und Gebäudeausstattung, in Kreislaufprozesse zu integrieren. Der Ansatz folgt dem Beispiel der Natur, in der es keinen Abfall gibt, sondern jedes Element Ressource für einen weiteren Produktzyklus ist. Die Vielfalt an Produkten und Prozessen, die in den Bausektor involviert sind, eröffnet ein immenses Potenzial für Forschung und Innovation in jedem einzelnen Produktbereich.

Lernen Sie uns persönlich kennen! Kontaktieren Sie uns für einen unverbindlichen Ideen- und Gedankenaustausch per E-Mail an office@terra-institute.eu

Johanna Bernhardt

Johanna Bernhardt

Nachhaltigkeit bedeutet für Johanna Bernhardt Lernprozesse in Bewegung zu setzen und zu begleiten – im Sinne von „learning to know, learning to do, learning to live together, learning to be“.

Johanna Bernhardt hat langjährige Erfahrung in der Begleitung und Beratung von Innovations- und Forschungsprojekten in verschiedenen Schlüsselsektoren der Wirtschaft, im Aufbau von Clustern und Netzwerken aus Wissenschaft und Wirtschaft, in der Entwicklung, im Design und Management von Programmen der Innovations- und Technologieförderung, in der Antragstellung, im Management und Projektcontrolling von transnationalen Projekten. Beim Terra Institute hat sie das RCE „Europaregion Tyrol“ (Regionales Kompetenzzentrum für Nachhaltigkeitsbildung) wesentlich mit aufgebaut. Aktuell betreut sie CASE, ein europäisches Projekt aus dem Erasmus+ Programm „Knowledge Alliances“ mit 10 Partnern verschiedener europäischer Universitäten und Unternehmen.
Johanna Bernhardt
Facebooktwittergoogle_pluslinkedinmail