25 Okt

Sustainables on Top!

Praxisbeispiel Kalundborg Symbiosis1

Die Kalundborg Symbiosis in der gleichnamigen dänischen Gemeinde hat gezeigt, dass dieses Konzept funktioniert: Durch ökologische, industrielle Partnerschaften (Industrial Ecology) können effektive Ressourcen eingespart und Materialien wiederverwertet werden. Bei einer industriellen Symbiose werden Abfallstoffe oder Materialen zwischen Unternehmen getauscht, so dass der Abfall des einen zum Rohstoff des anderen wird.

In Kalundborg kaufen und verkaufen private und staatliche Unternehmen Abfallprodukte, die physikalisch von einem Standort zum anderen transportiert werden können. Beispiele: Dampf, Asche, Gas, Wärme, Schlamm. Auf diese Weise konnten bereits über 3 Millionen m3 Wasser durch Recycling und Wiederverwendung eingespart werden2. Die treibende Kraft hinter der Symbiose bilden zum einen die Knappheit der Ressourcen. Zum anderen entstehen ökonomischen Möglichkeiten zur Kostensenkung. Auch die Umweltvorteile sind enorm und sie haben heute oberste Priorität, obgleich sie nicht die primäre Motivation für die Zusammenarbeit waren.

Die Kalundborg Symbiose entwickelte sich über einen langen Zeitraum. Die erste Kooperation zwischen der Gemeinde Kalundborg und Stratoil, damals Esso, entstand 1961, um die Wasserversorgung für den Erdölmulti zu erweitern. Die wahre symbiotische Partnerschaft erfolgte 1972. Seitdem haben die acht ansässigen Unternehmen Novo Nordisk, Novozymes, DONG Energy, RGS90, Stratoil, Gyproc, Kalundborg Supply und KaraNoveren mehr als 30 Warentauschverbindungen zur Gemeinde aufgebaut, und zwar für Wasser, Energie und andere Nebenprodukte. Hinzu kommen eine Vielzahl von landwirtschaftlichen Betrieben, die auch an Abfallwärme und Düngemittel interessiert sind. 150.000 Tonnen Hefe ersetzen beispielsweise 70% des Sojaeiweißes, das in konventionellem Tierfutter für über 800.000 Schweine enthalten ist.

Auch in anderen europäischen Ländern, wie zum Beispiel Deutschland entstehen Netzwerke aus Forschung und Praxis zur Industrial Ecology. Dabei geht es um Wirtschaften nach dem Vorbild von Ökosystemen. Ziel der Industrial Ecology ist es, kreislauforientierte, ressourceneffiziente, nachhaltige und zukunftsfähige Wirtschaftskreisläufe zu entwickeln. Der Umstieg auf regenerative Stoff- und Energiequellen, Recycling und die Vermeidung nicht verwertbarer Abfälle, die Optimierung von Industrieanlagen, Produkten, Dienstleistungen und Wertschöpfungsketten sind Kernelemente der Industrial Economy3

 


1 Vgl. http://www.symbiosis.dk/en (aufgerufen am 25. Juni 2013)

2 Vgl. http://www.ellenmacarthurfoundation.org/case_studies/ kalundborg-symbiosis (aufgerufen am 25. Juni 2013)

3 Vgl. http:// www. Industrialecology.de/industrial-ecologx-home/industrial-ecology/was –ist-industrial-ecology.html (aufgerufen am 17.Oktober 2016)

Evelyn Oberleiter

Evelyn Oberleiter

Menschen und Organisationen in tiefgehenden Entwicklungsprozessen zu begleiten, die die Wahlfreiheit und die Achtsamkeit füreinander sowie für die Umwelt erhöhen, ist die Triebfeder ihres Handelns.

Evelyn Oberleiter, Mitbegründerin des Terra Institute, begleitet und berät seit über zehn Jahren Unternehmen und Organisationen unterschiedlichster Branchen und Größen. Den Fokus setzt sie dabei auf Organisationsentwicklung, Restrukturierungen, Unternehmenskulturprozesse, Implementierung effizienter und strukturierter Kommunikationsräume und –abläufe, sowie partizipative Führungsansätze. Evelyn Oberleiter verfügt über ein breites Wissen, ein schnelles Auffassungsvermögen, hohe Prozesskompetenz und Ergebnisorientierung, eine ausgedehnte Analyse- und Reflexionsfähigkeit, hohe Kommunikationskompetenz, sowie ein ausgeprägtes Systemdenken, Eigenschaften, die es ihr ermöglichen Gruppen wie auch Individuen sicher und langfristig durch Höhen und Tiefen zu navigieren. Neben ihrer Tätigkeit als Beraterin und Trainerin ist sie Geschäftsführerin des Terra Institute, der Terra Mater (Herstellung biologisch-dynamischer Erde) und der Terra Energy (Windkraft-Projekte).
Evelyn Oberleiter
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