30 Okt

Ken Wilber „Trump and a Post-Truth World“

Eigentlich ist er schriftstellerisch seit vielen Jahren verstummt. In Zeiten von Fake News und einer Welle von Nationalismus in vielen Teilen der Welt hat sich der Philosoph Ken Wilber jetzt mit einem kleinen Bändchen zu Wort gemeldet.

In seinem Werk „Trump and a post-truth world“ geht Wilber mit der sogenannten „grünen Welle“ hart ins Gericht. Er kritisiert die Vertreter aus Politik und Zivilgesellschaft, die sich als pluralistisch, postmodern und multikulturell geben und damit glauben, an der Spitze der kulturellen Entwicklung zu stehen. Was einmal mit dem Eintreten für mehr Bürgerrechte, Pazifismus und Umweltbewegung angefangen hat, sei heute verkommen zu einem unkontrollierbaren Relativismus. Einem Relativismus, in dem die Vorstellung, dass jegliche Wahrheit kontextbezogen und sozial konstruiert sei, dazu geführt hat, dass es gar keine gesicherten Wahrheiten mehr gibt. Damit ist Fake News Tür und Tor geöffnet.

Auch das Wahlergebnis in den USA  interpretiert Wilber in diesem Zusammenhang: Diejenigen, die Trump gewählt haben, obwohl sie wussten, dass er notorisch lügt, sexistisch, rassistisch, narzisstisch und eigentlich in keiner Weise geeignet ist, das Land zu führen, hätten dies deshalb getan, weil er konsequent auf der „anti-grünen Welle der political correctness“ gesurft sei. Die abgehängten, weißen, wütenden Männer waren es satt, von den Eliten verachtet zu werden.

Ein zwar schmales, aber sehr erhellendes Buch!

 

Facebooktwittergoogle_pluslinkedinmail