12 Jan

Zum Nachdenken: Gedanken zum „Sexualmob“

Die Nachrichten rund um den Jahreswechsel haben mich tief bewegt: Die Vorkommnisse in verschiedenen deutschen Städten und die darauf folgende gesellschaftliche Spaltung in „Rassisten“, „Islamophobe“, „Nazis“, „Gutmenschen“ „Flüchtlingsfreunde“ u.a.m. stimmen mich sehr nachdenklich.

Ich bin verwirrt, entsetzt und ratlos, ich höre mir die verschiedenen Meinungen an und kann ihnen allen etwas abgewinnen. Während der Beschäftigung mit dem „neuen“ Gewaltphänomen des „Sexualmob“ ist in mir eine Erkenntnis erwachsen: Für die Schaffung einer Friedenskultur brauchen wir Räume der Konfrontation, der Begegnung und des Dialogs. Ich glaube, allein in einem sich aufeinander Einlassen, finden Menschen aus ihrer Verklammerung in entwertenden Phantasien füreinander heraus und ein neues Miteinander beginnt zu wachsen. Im Zuge dieser Öffnung zum anderen hin beginnen wir zu fühlen, anstatt in „richtig, falsch, gut und schlecht“ zu richten. Beileibe: Ein denkbar schwieriger Prozess!

Aber ich bin davon überzeugt, wenn wir Frieden wollen, so kommen wir um diese innere Arbeit, die ein jeder für sich zu leisten hat, nicht herum. Das Schöne aber ist, dass man bei diesem Finden der Menschlichkeit des anderen auch der eigenen Menschlichkeit neu begegnet.

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