19 Dez

Terra Prinzip: Suffizienz – unser Beitrag für die Welt und für uns selbst  

In der öffentlichen Debatte über wünschenswerte nachhaltige Lebensstile hören wir oft das Argument, dass wir zwar das Klima retten und den Ressourcenverbrauch reduzieren sollen, dies aber alles ohne Verzicht gehen kann bzw. gehen soll.

Doch wie realistisch ist das?
Angesichts der Tatsache, dass wir global gesehen im Jahre 2016 1,6 Erden verbrauchen mit der Tendenz von 3 Erden im Jahr 2050, muss irgendwo irgendwann eine drastische Einsparung oder eben manches an Verzicht erfolgen.

Wenn wir Verzicht mit Entbehrung assoziieren und uns klarmachen, dass die großen kriegsbedingten Entbehrungen unserer Eltern und Großeltern traumatische Erlebnisse gewesen sind, die – so weiß man heute – sich an uns als emotionale Erfahrung weitervererbt haben, dann können wir vielleicht besser verstehen, warum wir uns so schwertun, Verzicht zu akzeptieren.

Ein Weg aus dieser Assoziation ist es vielleicht, sich der Zusammenhänge bewusst zu werden und uns selbst zuzugestehen und zu verzeihen, dass wir uns oft in einem Gefühl des Mangels wiederfinden und einfach nicht verzichten wollen. Verschwendung von Ressourcen ist kein Grund zur Selbstanklage, auch müssen wir unser Verhalten nicht als eine Verfehlung oder gar eine strafbare Handlung einstufen.

Wir können aber ganz ehrlich zu uns sein und nicht nach Scheinargumenten suchen, warum bestimmte Konsummuster vertretbar sind, wie z.B. der Kurzurlaub auf den Malediven über Weihnachten.

Dann ist der Schritt vom Verzeihen zum Verzicht vielleicht gar nicht mehr so groß.

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