25 Aug

Taiji Quan: Die Kunst der Balance in zwischenmenschlichen Konfliktsituationen

“Nosce te ipsum”, kennst du dich selbst lautet die Inschrift des Apollotempels in Delphi, und sieht den Zugang zur Weisheit in der Selbsterkenntnis.

So, finden wir auf dem Weg von der griechischen Antike hin zum altertümlichen China überraschende Ähnlichkeiten zum „klassischen Taoismus“ Tao Te Ching (in der Übersetzung von J.J.L. Duyvendak): “Derjenige, der die Anderen kennt, ist weise; derjenige, der sich selbst kennt, ist erleuchtet; derjenige, der einen anderen besiegt, ist mächtig; derjenige, der sich selbst besiegt, ist stark…“ [Cap XXXIII]. Diese Worte beinhalten bereits alle Hinweise, die wir benötigen, um mit unseren Konflikten in Kontakt zu treten… aber was ist mit dem Körper?

Kehren wir zu uns zurück: ist es möglich ein konfliktfreies Leben zu führen? Wenn wir versuchen diese Frage ehrlich zu beantworten, führt uns dies zum  Kern eines der heikelsten Themen unserer Existenz. Die Antwort ist natürlich nein: Es genügt, die eigene Lebensgeschichte zu betrachten, um zu verstehen, dass wir immerzu irgendwelchen Formen von Konflikten begegnet sind, begegnen und begegnen werden, direkt oder indirekt: sei es mit den Personen, die uns nahe stehen, sei es mit jenen, die wir nicht so gut kennen, sei es innerhalb der sozialen Bedingungen, denen wir – zu unserem Bedauern – ausgesetzt sind. Von den ersten Streits an, als wir Kinder waren, über Missverständnisse in Beziehungen am Arbeitsplatz, mit dem Partner/der Partnerin, in der Familie, bis hin zu unangenehmen Situationen, denen wir im sozialen Beziehungsgewebe mit mehr oder weniger weitreichenden Folgen ausgesetzt sind.

Folglich sollten wir unser Augenmerk auf das, was im Leben unvermeidlich ist, richten: Auf welche Art und Weise begegnen wir Konfliktsituationen – mehr oder weniger direkt? Wie fühlen wir uns dabei? Wie viel Stress rufen sie in uns hervor? Welche Ressourcen können wir freisetzen, um ihnen zu begegnen?

Das angebotene Seminar bediente sich der Prinzipien chinesischer Philosophie und Denkweisen und beabsichtigte:

  • ein größeres Verständnis dafür zu schaffen, wie wir Konfliktsituationen, die wir in unserem Leben erleben, begegnen können;
  • neue Möglichkeiten zu erforschen, wie wir mit Konflikten, mit denen wir in unserem Leben konfrontiert werden, umgehen können.

Die Diszilpin des Taiji Quan, welche in sich sowohl die Kampfkunst, als auch die Kunst eines langen Lebens und des Gleichgewichtes vereint, beruht auf dem tausendjährigen Gedankengut Chinas und bietet einen besonderen Zugang im Umgang mit Konflikten. Die Fang Song Dimension, das aktive Loslassen, erlaubt uns ein dynamisches Gleichgewicht in der Bewegung zu erleben; die Nei Gong Praxis, das Arbeiten im Inneren, bereitet den Körper auf den Energiefluss vor; die Tui Shou Übungen zu zweit erlauben es, die Dimensionen des Kontakts und der Gefühle, die wir ins Spiel bringen, zu erfahren.

Aufgrund dieser und anderer Prinzipien, sowie durch Integration weiterer psychisch-körperlicher Disziplinen wie der Technik der körperlichen Interaktion – dem „Contact“, wurden wir gemeinsam einen körperlichen, mentalen, emotionalen und energetischen Prozess erleben, um unsere Möglichkeiten zu erweitern, wie wir mit Konfliktsituationen umgehen, die uns im Leben begegnen.

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