18 Jun

SEKEM glaubt an ein holistisches Gleichgewicht

  • Juni 18, 2015
  • von tma

SEKEM’s Blume der Nachhaltigkeit und die Herausforderung sich jeden Tag zu erneuern.

Bei SEKEM streben wir danach, eine nachhaltige Entwicklung zu implementieren, die uns in eine Zukunft führt, in der jedes menschliche Wesen sein individuelles Potenzial ausdrücken und verwirklichen kann; eine Zukunft, in der die Menschen in sozialen Formen zusammenleben können, welche menschliche Würde widerspiegeln und in der wirtschaftliche Aktivität im Einklang mit ökologischen und ethischen Prinzipien verfolgt wird. Mit diesem Ziel vor Augen widmet sich unsere Mission der Entwicklung von Individuen, der Gesellschaft und der Umwelt durch ein ganzheitliches Konzept, welches sowohl das wirtschaftliche und soziale, wie auch das kulturelle Leben gleichermaßen integriert.

SEKEM strebt in erster Linie danach, ein Impuls für kontinuierliche Entwicklung in allen Lebensbereichen zu sein, nicht nur im Modell, sondern auch selbst als Teil der weltweiten Entwicklung. Deshalb sind wir davon überzeugt, dass ein Gleichgewicht hergestellt werden kann. Unser Gedanke, und vor allem der meines Vaters war immer und wird es immer sein, dass eine Zukunft der Nachhaltigkeit nur dann erreicht werden kann, wenn alle Aspekte des Lebens involviert sind und aufeinander einwirken. In diesem Zusammenhang hat SEKEM in Zusammenarbeit mit einem Netzwerk internationaler Organisationen mit biologischem und biodynamischem Hintergrund unter dem Schirm der „International Association of Partnership for Ecology and Trade“ (IAP) (wörtl. Internationale Gesellschaft für ökologische und kommerzielle Zusammenarbeit) die Blume der Nachhaltigkeit entwickelt. Die Blume repräsentiert ein Management-, Bewertungs- und Kommunikationstool und veranschaulicht die nachhaltige Entwicklung in ihren vier Dimensionen. Jede Dimension ergibt sich aus unterschiedlichen Leistungsaspekten, welche im Detail in Form von Leistungsindikatoren definiert sind. Wo möglich, orientieren sich diese an den internationalen Standards der Nachhaltigkeitsberichterstattung GRI G3.1 der Global Reporting Initiative. In den vergangenen Jahren haben wir durch das Anwenden des Konzeptes innerhalb unserer Arbeit viel gelernt, auch, welche Performanceindikatoren leicht zu bewerten sind und welche nicht.

In der Dimension „Wirtschaftliches Leben“ reflektiert SEKEM, welche Produkte verkauft werden und welche Werte entlang der Wertschöpfungskette vermittelt werden. In der Dimension „Soziales Leben“ wird der Fokus auf den Schutz und die Regulierung der Menschenrechte gelegt. Das „Kulturelle Leben“ konzentriert sich auf die Frage, wie die individuelle Entwicklung unterstützt werden kann. Diese drei Bereiche der Gesellschaft werden von den sechs Dimensionen der „Ökologie“ umgeben: Erde, Pflanzen, Tiere, Energie, Luft und Wasser – Elemente, welche es uns erlauben, die positiven und negativen Einflüsse auf die Umwelt zu verstehen.

Wir haben den Rahmen der Blume der Nachhaltigkeit in einem tiefgreifenden Revisionsprozess für andere Unternehmen anwendbar gemacht, sodass diese daraus einen besseren Nutzen ziehen können. Im Jahr 2013 haben wir zur Bewertung unserer Leistung zum ersten Mal das überarbeitete Rahmenwerk der Blume verwendet. Um die bereitgestellten Daten zugänglicher zu machen, haben wir die mit harten Fakten gefüllten detaillierten Statusberichte und Ziele von den allgemeinen Informationen zu SEKEM getrennt. Die Nachhaltigkeitsblume wird inzwischen in der gesamten operativen Tätigkeit des Unternehmens in ihrer dreifachen Funktion als Management-, Bewertungs- und Kommunikationsinstrument angewandt.

Die größte Herausforderung, der wir auf unserem Weg zur nachhaltigen Entwicklung begegnen, ist jene, ein Gleichgewicht zwischen den – offensichtlich gegensätzlichen – unterschiedlichen Dimensionen zu finden. Zum Beispiel, möchte die soziale Perspektive, dass wir unseren Mitarbeitern sehr hohe Benefits und Gehälter geben. Auf der anderen Seite arbeitet die ökonomische Perspektive in die gegenläufige Richtung, indem sie sich um den Umsatz und möglichst geringe Kosten kümmert. Das bedeutet, dass nachhaltige Entwicklung immer einen Ausgleich zwischen den unterschiedlichen Dimensionen und Zielen erfordert. Ein weiterer Aspekt ist jener, dass dieser Entwicklungsprozess nie zu Ende ist. Es gibt kein Ende im Prozess der kontinuierlichen Entwicklung, geschweige denn in der Erfahrung, jemals das oberste Ziel zu erreichen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass zur Erreichung der Balance zwischen den – für eine holistische und nachhaltige Entwicklung erforderlichen – Dimensionen, die Kreativität und die Kunst des Sozialen entscheidend sind.

Ich möchte noch mit einem Gedanken abschließen: das was heute richtig ist, kann morgen schon falsch sein. Wir müssen uns jeden Tag neu erfinden.

 

Haben wir Ihr Interesse geweckt? http://www.sekem.com/

 

Helmy Abouleish

Referent „think more about“ Brixen, Mai 2015.

HelmyAbouleish eHelmy Abouleish ist Geschäftsführer von SEKEM – einer ägyptischen Initiative mit dem Ziel, nachhaltige Entwicklung ganzheitlich zu fördern. Durch sein politisches Engagement unterstützt er verantwortungsvollen Wettbewerb, soziale Unternehmen, und den Kampf gegen die großen Probleme des 21. Jahrhunderts wie Klimawandel und Ernährungssicherung.

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