25 Okt

Praxistipp I Vertrauensanalyse: eine wertvolle Ressource nutzen

Wer hat es nicht schon selbst erlebt? Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit, egal ob in Arbeitsgemeinschaften, Projekten, Kooperationen oder assoziativen Wirtschaftskreisläufen, läuft einfach und rund. Mangelndes Vertrauen oder gar Misstrauen frisst Zeit und Energie für Abstimmungen und Kontrolle. Auch die Freude an der Arbeit ist von Vertrauen abhängig. Obwohl Vertrauen weder sichtbar, zählbar oder gar messbar ist so spüren, erleben oder vermissen wir Menschen vertrauensvolle Arbeitsbeziehungen.Vertrauen ist ein zutiefst menschliches Gut. Eine Art unsichtbarer Leim, der die Gemeinschaft zusammenhält. In den Sozialwissenschaften zählt Vertrauen daher zu den Elementen, die Sozialkapital bilden. Die Vertrauensbildung bewegt sich dabei zwischen „blindem Vertrauen“ und „vorauseilendem Misstrauen“. Sie findet auf unterschiedlichen Ebenen der Zusammenarbeit statt, zum Beispiel in der Ausrichtung auf eine gemeinsame Mission und dem Aufbau wertschöpfender Produktivketten. Vertrauen in die Absichten und Ziele der Partner sowie die verhandelten Vereinbarungen ermöglicht Zuverlässigkeit und Verantwortungsbereitschaft. Die Vertrauensbildung erfordert Zeit und Kapazitäten der am Wertschöpfungsprozess beteiligten Stakeholder. Ist Vertrauen einmal belastbar gebildet wird die Investition durch Reduktion der Transaktions- und Kontrollkosten wieder eingespart. Ganz besonders in lokalen Wirtschaftsgemeinschaften und Lieferketten, bei denen Vertrauensbildung durch direkte Begegnung und Kommunikation möglich ist, können kostenintensive Zertifikate und Audits eingespart werden. Deshalb lohnt es sich bei einsetzendem Vertrauensverlust mit Hilfe einer differenzierten Vertrauensanalyse achtsam hinzuschauen.

Ist das Vertrauen in die gemeinsame Mission gestört oder aber in das Vorhandensein einer Wertebasis? Oder kann in die Absichten und Intentionen der Kooperationspartner nicht mehr vertraut werden? Zeigt sich der Verlust auf der sozialen Ebene, in dem Unzuverlässigkeit eintritt oder Verträge nicht eingehalten werden? Werden die erforderlichen Fähigkeiten und Kompetenzen der Partner nicht mehr für den Wertschöpfungsprozess zur Verfügung gestellt, oder sind sie nicht rechtzeitig erneuert worden? Gerade diese Ressourcen sind unabdingbar, um eine Werteallianz produktiv zu halten.

Die Vertrauensanalyse hilft der Störung auf den Grund zu gehen. Sie kann darüber hinaus genutzt werden, um in routinierter Zusammenarbeit Vertrauenselemente gemeinsam zu reflektieren und damit belastbare Beziehungen herzustellen, die gerade in krisenanfälligen Zeiten den Wandel gemeinsam gestalten helfen.

 

 

 

Facebooktwittergoogle_pluslinkedinmail