29 Mrz

Nachhaltigkeitsberichterstattung – Ein Geld und Zeit Fresser?

Rahmenwerke, die eine Nachhaltigkeitsberichterstattung unterstützen, gibt es viele. Sie sind auf internationaler, europäischer oder nationaler Ebene von unterschiedlichsten Akteuren entwickelt worden und finden durch praktische Anwendung ihre Anerkennung[1].

Die in Kraft getretene EU Richtlinie 2014/95/EU zur „außerfinanziellen Berichterstattung“ sowie die nationalen Gesetzgebungen in Deutschland, Italien und Österreich geben keine bestimmten Rahmenwerke vor.  Es sei noch zu früh, in dem sich erst entwickelnden Rechtsgebiet bestimmte Rahmenwerke vom Gesetzgeber vorzugeben[2], so lautet es im Gesetzeskommentar. In einem Nachhaltigkeitsbericht ist lediglich anzugeben, ob und wenn ja welches Rahmenwerk genutzt wurde. Wurde kein Rahmenwerk eingesetzt, ist dies kurz zu begründen. Diese Gesetzeshaltung spiegelt auch das Verständnis von Terra Institute wider. Seit Jahren begleiten wir Unternehmen dabei, ihre Nachhaltigkeitsbemühungen transparent zu machen. Ob GRI, ISO 26000, Gemeinwohl-Ökonomie, WIN Charta, DNK oder andere, wir setzen uns mit den unterschiedlichsten Standards auseinander, denn wir sind davon überzeugt, dass der Sinn des Nachhaltigkeitsreportings nicht allein in der Einhaltung von Standards und der Gesetzgebung liegen.

Nachhaltigkeitsberichterstattung chancenreich verstanden, bietet ein Werkzeug zur Unternehmensentwicklung. Eine Art Kompass, der ausgehend vom Wesenskern der Unternehmung zu den Wertschöpfungsprozessen führt, die die Unternehmensaktivität fördernd in unser globales Ökosystem einbindet. Damit sind nicht nur die Umwelt und die Nutzung natürlicher Ressourcen gemeint, sondern auch soziale Aspekte.

Ein Nachhaltigkeitsbericht, der den Aufwand an Zeit und Geld rechtfertigt, muss diesen unternehmensspezifischen Wesenskern treffen, abbilden und die wesentlichen Wertschöpfungsprozesse darlegen. So ist der Wesenskern eines Automobilherstellers ein anderer, als der einer genossenschaftlich organisierten Bank oder der eines Sozialunternehmens. Der Wesenskern unterscheidet sich im Sinn, im prinzipiellen Charakter und den Anspruchsgruppen. Er wirkt sich auf die Wertschöpfungsprozesse und die Entscheidungen für den Einsatz der Ressourcen aus.

Terra Institute begleitet seine Kunden bei der Auswahl eines geeigneten Berichtsstandards. Entspricht kein vorhandener Standard den spezifischen Anforderungen unserer Kunden, entwickeln wir mit ihnen ein eigenes Modell. Ein unternehmenseigenes (oder verbandspezifisches) Rahmenwerk beinhaltet gleichzeitig den Nutzen einer Wesentlichkeitsmatrix, das heißt der Kompass zur nachhaltigen Unternehmensentwicklung wird ganz genau auf die eigene Unternehmung hin justiert.

Natürlich muss nicht jedes Unternehmen das Rad neu erfinden. Die Berater des Terra Institutes verfügen über reichlich Wissen und Erfahrung mit den bereits vorhandenen Berichtsstandards, so dass diese als Grundlage verwendet, angepasst und weiterentwickelt werden können.

Ein Nachhaltigkeitsbericht, der Geld, Zeit und letztlich auch den menschlichen Geist wirkungsvoll nutzt, wird ein Element gelebter Unternehmensentwicklung. Er spricht die Anspruchsgruppen an und bezieht sie in den Erhalt unserer Lebensgrundlagen mit ein.  Denn darum geht es letztendlich im Megatrend Nachhaltigkeit.

Unternehmen, die sich für eine Nachhaltigkeitsberichterstattung interessieren, bieten wir zur Entscheidungsfindung einen Kurzworkshop an.

[1] Eine detaillierte Übersicht ist in unserem Terra Buch zu finden „Sustainable Companies“ von E. Oberleiter,
G. Reifer, H.-U. Streit, oekom Verlag 2016

[2] Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Recht und Verbraucherschutz (6. Ausschuss) Drucksache 18/11450 Deutscher Bundestag 8.03.2017

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