10 Jul

Nachhaltig in Beziehung sein – ist es einfach? Nein! Ist es möglich? Auf jeden Fall!

  • Juli 10, 2015
  • von tma

Stell dir vor, du bist gemocht, so wie du bist! Wie wäre dein Lebensgefühl, wie würdest du auf die Welt zugehen?

Du wirst nicht moralisch beurteilt für dein „Fehlen“, denn Fehler sind Orientierungshilfen. . . und die Erwachsenen um dich wissen, du handelst für dich und nicht gegen sie. Sie sind imstande, durch deine Worte hindurchzuhören, durch dein Verhalten hindurchzuschauen, Vordergründiges zu durchdringen, um zu deiner Essenz zu gelangen, welche Sehnsucht dich zum Handeln drängt. Du brauchst nicht zu kämpfen, um wirklich gesehen zu werden, du kannst dich entspannen, du bist sicher, frei von Bewertung.
Und wenn du gehört und gefühlt wirst, erlebst du dich als wertvoll und wirst fähig, deine Identität zu finden. Du wirst fähig, unterschiedliche Interessen in Koexistenz zu bringen, einen anderen Menschen zu hören, zu lesen und du wirst Lösungen finden, die euch beide zufriedenstellen. So bist du frei, du selbst zu sein in all deiner Schönheit.

Stell dir vor, der Erwachsene unterstützt dich darin, dich ein Stück weit davon unabhängiger zu machen, was ein anderer über dich denkt. Du bekommst die Möglichkeit, authentisch zu fühlen und zu handeln, das auszudrücken, was da ist. Du schöpfst aus der eigenen Quelle, DER Basis deiner inneren Sicherheit!

Stell dir vor, Erwachsene achten und respektieren deine Eigeninitiative und sie lauschen auf dein Potential, das sich im Laufe der Zeit verwirklichen will. Sie schaffen dir günstige Bedingungen, dass es zutage treten kann. Sie bereiten dir eine Umgebung, die deinen wirklichen Bedürfnissen entspricht und dich zu Entdeckungen verlockt. Hier kannst du deinen eigenen Rhythmus leben, Neugierde haben und darin nicht gestört werden. Hier kannst du Erfahrungen machen, die tiefes Verstehen ermöglicht. Und sie stellen dir Fragen, die dich zum eigenen Denken, zum Querdenken anregen, die das Zeug haben, dass du Zusammenhänge erkennst, dich wirklich entfalten kannst.
Hier brauchst du nicht zu SOLLEN, hier kannst du SEIN! Hier lernst du soziale Verantwortung und kannst gleichzeitig authentisch und selbstvertretend sein. Hier gibt es Erwachsene, die geben dir ein respektvolles, bedingungsloses Beziehungsangebot – Beziehung wird durch nichts in Frage und adäquat zur Verfügung gestellt – das ist ihre Haltung.

Ihre Haltung ist, sich mit dem Leben anzufreunden, was weniger eine Sache des Wissens, als der Weisheit ist. Es geht hier nicht darum, das Leben zu kontrollieren und ihm unseren Willen aufzuzwingen – ganz gleich, wie gut unsere Absichten dabei auch sein mögen. Wollen wir uns mit dem Leben anfreunden, ist Gewaltlosigkeit gefragt und nicht Kontrolle. Gewaltlosigkeit verlangt Verbundenheit. Und sie entsteht, wenn wir lernen, das Leben zu lesen.

Und was hat das alles mit Nachhaltigkeit zu tun?

Ich erlebe diese Haltung als Beitrag zum Frieden.
Ein Mensch wird zwar zum Menschen geboren, ob er aber menschlich werden kann, hängt von den Qualitäten ab, denen er während seines Aufwachsens begegnet. Hat er die Gewissheit, dass er wertvoll und geliebt ist, benimmt er sich in der Regel gut. Erfährt er Achtsamkeit, Respekt, Einfühlungsvermögen, Verantwortungsbewusstsein, … wird er diese Qualitäten in sich entwickeln. Durch wirkliche Beziehung entsteht Verbindlichkeit und das mobilisiert Anteilnahme aus Liebe.

 

Haben wir Ihr Interesse geweckt? http://www.schpumpernudl.org/kindergarten/konzept

 

Gabriele Maria Bergmann

Referentin „think more about“ Brixen, Mai 2015.

Gabriela Maria BergmannGabriele Maria Bergmann ist eine Pädagogin und Mitgründerin vom Kindergarten Schpumpernudl sowie der freien Jacoby-Schule in Telfs. Es ist ihr ein großes Anliegen, respektvoll und wertschätzend mit sich selbst und mit den ihr anvertrauten Kindern umzugehen. Ihre Themen umfassen u.a. Essentielle Gestaltarbeit, Achtsamkeit, Meditation und Gewaltfreie Kommunikation.

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