14 Mai

MIT Studie: für 37 % der Unternehmen zahlt sich Nachhaltigkeit finanziell aus

Über den Sinn von Nachhaltigkeitsbemühungen am Negativbeispiel BP und dem Deep-Water-Horizon-Debakel

Warum sind Nachhaltigkeitsbemühungen sinnvoll bzw. warum ist ihr Sinn bzw. ihr Gewinn so schwer abschätzbar?

Einer der Hauptgründe liegt wohl in der Komplexität und Mehrschichtigkeit des Beziehungsgeflechtes, in dem sich ein Unternehmen bewegt, welches die Abschätzung der Konsequenzen unternehmerischen Handelns sehr erschwert. Zu den Berührungsgruppen (Stakeholdern) eines Unternehmens gehören nämlich
neben den Mitarbeitern, auch die Kunden und Lieferanten, die Kapitalgeber, staatliche Institutionen, NGOs, die Gesellschaft als Ganzes und nicht zuletzt der Lebensraum, die Umwelt. Diese Berührungsgruppen sind wiederum untereinander auch auf vielfältige Art und Weise verwoben: So sind z.B. Mitarbeiter und Lieferanten, sowie deren soziales Umfeld oft gleichzeitig auch Kunden oder Kapitalgeber und sämtliche Berührungsgruppen sind an einem intakten Lebensraum interessiert und setzen sich häufig sogar aktiv dafür ein.

Aus diesem Grund ist es nicht ausreichend, sich mit allein einer Berührungsgruppe „gut“ zu stellen, Aktivitäten wie Spenden an gemeinnützige Organisationen oder das Outsourcing von relevanten Prozessen zur reinen Kostenoptimierung, sind demnach als viel zu klein gedacht und als zu kurzfristig zu bewerten. Denn wenn z.B. das Outsourcing relevanter Unternehmensaktivitäten nicht mit einer eingehenden Überprüfung von Nachhaltigkeitsaspekten einhergeht, so stellt gerade dieses ein enormes Risiko dar, welches außerhalb des Wirkungsbereiches der Unternehmensführung liegt.

Die Deepwater Horizon-Katastrophe ist hierfür ein eindringliches Beispiel: Der ausführende Subunternehmer war der eigentliche Auslöser der Katastrophe. Aber wem ist heute noch der Name Transocean ein Begriff? BP dagegen wird noch für lange Zeit unter dem Desaster zu leiden haben. Neben den sofortigen enormen finanziellen Kosten – BP hat 38,1 Mrd. USD zurückgestellt – führte die Katastrophe zu vielschichtigen Folgekosten: eine sinkende Loyalität der Belegschaft, der (vorübergehende) Verlust von Marktanteilen und ein massiver Reputationsschaden. Die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten muss demnach in der Risikobewertung berücksichtigt werden. Bestätigt wird diese Einschätzung von einer aktuellen Studie des MIT Sloan Management Review und Boston Consulting. Dabei wurden 2600 Unternehmen weltweit befragt. 37 % der Unternehmen gaben an, dass die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten ihr Unternehmen finanziell erfolgreich macht.

Besonders herausgehoben wurden dabei fünf Erfolgsfaktoren:

  • die enge Zusammenarbeit mit NGOs und Stakeholdern
  • die Integration der Nachhaltigkeit in die Unternehmensstrategie
  • die Bereitschaft zur Veränderung
  • die Prüfung der Nachhaltigkeitsleistungen und
  • die Auseinandersetzung mit den ökologisch-sozialen Ansprüchen der Kunden.

 

 

 

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