17 Mai

Das gute Leben

In einer Buen Vivir-Gemeinschaft steht die Natur im Mittelpunkt und ihre Ausbeutung und Instrumentalisierung wird scharf verurteilt.

Wirtschaftswissenschaftler Alberto Acosta aus Ecuador formuliert es so: „Buen Vivir für Alle, nicht Dolce Vita für Wenige.“ Das Recht auf ein gutes Leben und das Anerkennen, dass die Natur selbst Rechte hat, sind in den Verfassungen Boliviens und Ecuadors fest verankert. Dazu zählen beispielsweise das Recht auf Nahrung, Gesundheit, Erziehung und Wasser. Menschenrechte und die Rechte der Natur sollen sich ergänzen und einander nähren. Große Ölförderungsprojekte wurden gestoppt, um die biologische Vielfalt im Amazonas zu erhalten. Die finanzielle Entschädigung, die dafür von der internationalen Gemeinschaft bezahlt wurde, ermöglicht Wirtschaftsinitiativen gegen Armut und für Entwicklungen im Bereich erneuerbarer Energie. Die Regierungen beider Länder geben zudem dem Staat eine stärkere Rolle in sozialen und Wirtschaftsfragen, stoppen Privatisierungen und machen sie teilweise sogar rückgängig.

Mehr über Buen Vivir erfahren:

Fatheuer, Thomas (2011). Buen Vivir. Eine kurze Einführung in Lateinamerikas neue Konzepte zum guten Leben und zu den Rechten der Natur, Band 17 der Schriftenreihe Ökologie. Heinrich-Böll-Stiftung: Berlin.

Acosta, Alberto (2009): Das „Buen Vivir“. Die Schaffung einer Utopie, in: Juridicum 2009/4.

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