27 Jun

Was tut sich in der weltweiten Diskussion um das Bedingungslose Grundeinkommen?

Nachdem sich 2016 23 % der Schweizer in einer landesweiten Abstimmung für das Bedingungslose Grundeinkommen ausgesprochen haben, geht die Debatte in vielen Ländern der Welt weiter. Eine gute Übersicht findet man hier. Einige Länder sind schon über das Debattieren hinausgekommen. Finnland zum Beispiel. Dort bekommen seit Anfang 2017 2000 Menschen für 2 Jahre ein Bedingungsloses Grundeinkommen von 560 €.Wie die Huffington Post am 23. Juni 2017 schreibt „subsummiert das Grundeinkommen Arbeitslosengeld, Krankengeld und Elterngeld. Obendrauf bekommen die Testteilnehmer Geld für ihre Sozialversicherung. Das soll besagten bürokratischen Aufwand mindern… Inzwischen sind fünf Monate vergangen und die Resultate sind überraschend. Das Grundeinkommen macht die Menschen nicht faul und genügsam. Ganz im Gegenteil. Die Teilnehmer berichten davon, dass sie mehr Lust haben, einen Arbeitsplatz zu suchen und mehr Zeit zu finden, um Geschäftsideen zu verfolgen,…

Auch haben sich zahlreiche Teilnehmer bei der Leiterin des Projekts gemeldet und ihr gesagt, dass sie viel weniger gestresst seien als früher, wie das „Handelsblatt“ berichtet.“

Natürlich halten viele Kritiker aus verschiedenen Gründen dagegen.

Die Zahl der Befürworter weltweit steigt aber weiter. So haben sich neben Robert B. Reich (ehemaliger US – Arbeitsminister unter Clinton) auch Ray Kurzweil (Director of Engineering bei Google) oder Marc Zuckerberg (Facebook) für die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) ausgesprochen. Die jeweiligen Hintergründe sind so vielfältig wie die Lebenserfahrungen der Protagonisten. Während für Reich das BGE allein deshalb eine Notwendigkeit ist, weil nur so die Nachfrage nach Waren in der globalen Wirtschaft aufrecht erhalten werden kann („make capitalism work for all, not just for the 1%“), liegt für Kurzweil, einem führenden Forscher zur künstlichen Intelligenz, der Vorteil darin, dass die Menschen dann noch viel mehr Ideen in die Entwicklung neuer Industrien stecken und an Zukunftsprojekten arbeiten könnten.

Marc Zuckerberg hat in einer Rede vor den Absolventen der Harvard University die Suche nach Sinn für Alle als das Entscheidende im Leben bezeichnet. „Finding your purpose isn’t enough. The challenge for our generation is creating a world where everyone has a sense of purpose.“

Dem dient das das BGE. Mehr Technologien werden uns dabei nicht retten.

Wir müssen anfangen, den anderen Menschen wirklich zu sehen. Um es mit Gottlieb Duttweiler zu sagen: „Der Mensch ist Mittelpunkt. Und nicht der Mensch ist Mittel. Punkt.“

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