27 Apr

Das achtsame Unternehmen – eine Utopie?

Achtsamkeit ist in aller Munde – und manchmal scheint es, als wäre Achtsamkeit das Heilmittel aller Probleme unseres modernen, digitalen Zeitalters. Was Achtsamkeit ist, haben wir in unserem Newsletter vor einem Jahr beschrieben.

Aber gibt es auch ein achtsames Unternehmen? Und wenn ja, wie entwickelt sich ein Unternehmen dorthin? Um dieser Frage nachzugehen ist es hilfreich unterschiedliche Ebenen der Achtsamkeit im unternehmerischen Kontext zu differenzieren.

Achtsamkeit im Ich – als innere Quelle des Einzelnen

Wenn Menschen beginnen Achtsamkeit zu praktizieren, dann lassen sie sich auf den jetzigen Moment ein. Ihre Aufmerksamkeit wandert von den Gedanken und Geschichten des Geistes aus Vergangenheit und Zukunft ins Hier und Jetzt. Sie beginnen den eigenen Körper zu spüren, Gefühle wahrzunehmen und Bedürfnisse zu erkennen. Dieses Sein entspannt viele von uns, und unser Handeln entsteht weniger aus den Erwartungen von Außen und mehr aus dem inneren Sein.

Achtsamkeit in Beziehungen: Ganz mit mir und ganz bei dir

Wenn Menschen lernen, in Begegnungen bei sich zu bleiben und gleichzeitig die Wahrnehmung für den anderen zu öffnen, nimmt der Kampf zwischen Du und Ich ab. „Entweder du oder ich“ wandelt sich zum „sowohl ich als auch du“. Menschen beginnen Grenzen aus ihren Bedürfnissen heraus zu setzen, für sich anstatt gegen den anderen. Sie erleben wie befreiend das sein kann – sowohl für das Ich als auch für das Du.

Achtsamkeit in Teams

Authentische achtsame Individuen, die mit sich in Verbindung sind und das Anderssein der anderen gut aushalten können, haben die besten Voraussetzungen echte Gemeinschaften zu bilden. Gemeinschaften, in denen die Abhängigkeit nicht im Widerspruch zur Freiheit steht. Sondern die eigene Entwicklung erst im Rahmen der Gemeinschaft ermöglicht wird. Wir sprechen von Individuation.

Achtsamkeit in der Führung

Achtsamkeit in der Führung verbindet die individuelle und gemeinschaftliche Achtsamkeit und geht darüber hinaus. Sie beinhaltet sowohl die Fähigkeit Strukturen und Prozesse zu schaffen die Achtsamkeit ermöglichen als auch das Unternehmen als Teil eines größeren Ganzen zu sehen. Entscheidungen werden aus diesem Bewusstsein heraus getroffen.

Achtsamkeit in der Organisation

Die achtsame Organisation / das achtsame Unternehmen folgt einem Unternehmenszweck der einen Beitrag für ein größeres Ganzes leistet und dadurch Sinn stiftet. Im besten Fall dient sie dem Leben, aber zumindest schadet sie ihm nicht. Räume der Stille und Achtsamkeit sind integraler Bestandteil der Abläufe und Prozesse. Die Verbindung zwischen den Menschen und zwischen den Menschen und dem Unternehmenszweck wird stetig gefördert.

Achtsamkeit in der Verbindung mit dem Außen

Das achtsame Unternehmen ist eingebettet in das sie umgebende Umfeld und in stetem Austausch.

Es gibt viele Wege um Achtsamkeit in die Organisation zu bringen. Um sie nachhaltig zu verankern, empfehlen wir Maßnahmen auf allen Ebenen.

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