27 Jun

Besser kommunizieren, Bewusstsein entwickeln….

Vor genau 500 Jahren hat Martin Luther seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel in Wittenberg veröffentlicht. Wir wollen uns hier aber mit einer anderen seiner wertvollen Taten beschäftigen, die gerade heute hohe Relevanz hat. Luther ist besonders dafür bekannt, dass er „dem Volk aufs Maul“ geschaut hat. Er hat genau hingehört, wenn er unterwegs war.

Viele Redewendungen, die noch heute gebräuchlich sind stammen von ihm: Sein Licht unter den Scheffel stellen. Ein Stein des Anstoßes sein. Mit Blindheit geschlagen sein. Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Niemand kann zwei Herren dienen – Inhalte bildlich treffend ausgedrückt, womit er die deutsche Sprache entscheidend mitformte.

Es kam ihm auf Klarheit und Verständlichkeit der Sprache an.

Heute ist es eher so, dass viele Menschen von der Sprache geformt werden, ohne es zu merken und vor allem ohne es zu steuern.

Ich verdanke Mechthild von Scheurl-Defersdorf und ihrem Institut Lingva Eterna Einsichten in diesem Bereich, die ich gerne mit Ihnen teilen möchte. Es geht ihr darum, achtsam mit Sprache umzugehen und damit Klarheit in der Kommunikation zu gewinnen und die eigene Persönlichkeit weiterzuentwickeln.

Besser kommunizieren – ein Beispiel

Stellen Sie sich vor, Sie schildern Ihrem Partner die bevorstehende Woche.

„Morgen treffe ich mich mit Herrn Maier zum Mittagessen, um sein Angebot zu besprechen. Danach kommt Frau Schmidt zum Vorstellungsgespräch und abends will mich mein Chef sehen. Am Dienstag reise ich nach Wien zu einem unserer Hauptkunden und verhandle über die Preise des nächsten Jahres, am Mittwoch fängt der neue Praktikant an und ich erstelle den ersten Entwurf des Business Plans….“

Kommt Ihnen das bekannt vor? Sprechen Sie es sich laut vor. Wie fühlen Sie sich dabei? Stress? Hetze? Ja, so geht es wohl den meisten. Sie sprechen im Präsens, in der Gegenwartsform, beziehen sich aber auf Handlungen, die erst in der Zukunft stattfinden. Sie drängen diese also geradezu in das Hier und Jetzt.

Sprache kann Räume im Inneren schaffen

Jetzt sprechen Sie dieselben Inhalte, verlagern sie aber auch sprachlich in die Zukunft:

„Morgen werde ich mich mit Herrn Maier zum Mittagessen treffen, um sein Angebot zu besprechen. Danach wird Frau Schmidt zum Vorstellungsgespräch kommen und abends will mich mein Chef sehen. Am Dienstag werde ich nach Wien reisen zu einem unserer Hauptkunden und über die Preise des nächsten Jahres verhandeln, am Mittwoch wird der neue Praktikant anfangen und ich werde den ersten Entwurf des Business Plans erstellen …..“

Wie geht es Ihnen damit? Sprache verändert uns, kann Räume im Inneren schaffen und uns psychologisch Zeit einräumen. Wir sind damit deutlich weniger gestresst, weil die Zukunft Zukunft bleibt und nicht vermeintlich jetzt schon da ist.

Ich lade Sie ein, es wie Martin Luther zu machen und Ihren Mitmenschen und sich selbst „aufs Maul zu schauen“ und dann nach und nach Ihre Sprache bewusst zu formen.

Für mehr Gelassenheit, Freude und Energie in Ihrem Leben.

Facebooktwittergoogle_pluslinkedinmail