20 Mai

Aus der Terra Praxis: Pratopac

Bei der Pratopac GmbH in Vorarlberg hat das Terra Institute im Jahr 2015 im Rahmen eines Workshops eine systemische Mission und Vision ausgearbeitet, und damit ein gemeinsames Nachhaltigkeits-Verständnis der beiden Ursprungsfirmen gefördert.

Hintergrund und Herausforderung

Pratopac ist ein familiengeführtes Verpackungsunternehmen mit Fokus auf die Erzeugung und den Vertrieb von Rundverpackungen, Kartonagen sowie Folien und Taschen. An den beiden Standorten in Vorarlberg mit 50 Mitarbeitenden stehen der Service für die Kunden und die Verantwortung gegenüber Mensch und Umwelt im Mittelpunkt. Pratopac entstand 2015 aufgrund der Ausgliederung von dem Vorarlberger Verpackungsunternehmen GIKO, mit gleichzeitiger Fusion mit einer anderen ehemaligen GIKO-Teilfirma. Die sehr unterschiedlichen Unternehmenskulturen erschwerten die Fusion, da es aufgrund des schnellen Fusionsprozesses keine gemeinsame und verbindende Mission, Vision und Strategie, sowie kein geteiltes Nachhaltigkeitsverständnis gab. Das alles sollte in einem Workshop erarbeitet werden.

Herangehensweise und methodischer Ablauf

Zwei Berater des Terra Institutes leiteten einen Zweitagesworkshop mit beiden Geschäftsführern und einigen Führungs- und Fachkräften. Zuallererst war die Sensibilisierung für das Thema „Nachhaltigkeit“ wichtig. Denn dafür gab es ursprünglich recht unterschiedliche Interpretationen. Die Sensibilisierung realisierten wir mit einem emotionalisierendem Videofilm, einer kurzen Einführung in die Theorie U und in systemisches Denken und Marketing 3.0, sowie Beispielen aus Kundenprojekten, bei denen die Mission (der Grundauftrag des Unternehmens) und die Vision erarbeitet wurden. Gerade die Projektbeispiele waren für die TeilnehmerInnen des Workshops wichtig, weil sie anhand praktischer Beispiele sehen konnten, was eine systemische Mission bzw. Vision konkret ist, und welche positive Wirkung diese haben können.

Am Anfang ist es wichtig, den Status quo des Unternehmen zu erheben, und ein gemeinsames Bild dazu zu haben, von dem aus weitere Schritte gemacht werden könnten. Dieses Bild erarbeiteten wir auf zwei Ebenen:

Zuerst führte eine Stärken/Schwächenanalyse zur Darstellung der Kernkompetenzen des Unternehmens. Auf die Kernkompetenzen nahmen wir im Laufe der zwei Tage immer wieder Bezug.

Anschließend erarbeiteten wir die Bedarfe bzw. Bedürfnisse der verschiedenen Interessensgruppen (Kunden, Mitarbeitenden, Eigentümer, Lieferanten, Standort-Gemeinde,…) anhand der Prozesskette von Pratopac (Rohstoffförderung – Lieferanten – eigene Produktion – Vertrieb – Verwendung des Produktes durch den Kunden – Recycling/Entsorgung). D.h. wir fragten uns bei jedem der Prozessschritte, welche Bedürfnisse und Erwartungen die einzelnen Interessensgruppen haben, und visualisierten diese auf der Pinwand. Daraus ergaben sich Schwerpunkte – denn die Bedürfnisse einiger Interessengruppen ähneln sich bzw. sind sogar deckungsgleich.

Nachdem ein gemeinsames Bild der Stakeholder-Erwartungen da war, konnten wir eine erste Formulierungen der Mission (die sich ja auf die Stakeholder, v.a. aber auf das übergeordnete System des Unternehmen, bezieht) und der Vision (wohin soll die Reise gehen) entwickeln. In mehreren Schleifen wurden diese zunehmend konkretisiert und geschärft, bis schließlich alle TeilnehmerInnen einhellig die kraftvolle und anziehende Mission und Vision des Unternehmens verabschiedet haben. Abgerundet wurde der Workshop mit einer Sammlung von Maßnahmen zur Operationalisierung von Mission und Vision (und damit auch der Strategie), sowie einer Definition von Maßnahmen zur internen und externen Kommunikation des im Workshop erarbeiteten Materials.

pratopac

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